Doch dann wird der Weg steiler, das Gelände schroff. Drei Wasserfälle liegen vor uns, tief eingeschnitten in mächtige Lavafelsen. Bald hören wir den ersten. Wasserfälle sind nichts Neues. Jeder kennt sie von Zuhause, wo auch immer dieses Zuhause ist. Doch nirgendwo sonst fällt das Wasser so schön und gesäumt von Farnbäumen in die Tiefe. An manchen Stellen hat es den Anschein, dass das Wasser direkt durch die Farnwedel hindurchbricht. Und immer wieder auch das Licht. Gegen die Sonne betrachtet erscheinen die Farne nahezu schwarz. Wie fein gearbeitete Schattenrisse, die man an den Himmel gehängt hat. Üppiges Grün auf ein altes Schwarzweiß-Foto verbannt.
Nicht jedes Wasser ist warm. Auch in der Südsee nicht. Das Wasser in den tiefen Mulden das Lavasteins erinnert schlagartig an heimische Gebirgsseen. Jedenfalls fühlt sich Petra daran erinnert. Ich muss leider draussen bleiben, um ein Foto machen zu können. Gemeinsam mit dem kleinen, aufgeregten Hund, der uns den ganzen Auf- und Abstieg begleitet hat, stehe ich am Wasserrand. Er schaut und pinkelt. Ich fotografiere.
Zurück am Meer, holen wir unsere Lunchpakete aus dem Wagen: Unmengen an Nudelsalat, Brot, Ananas und Bananen. Die Küche unseres Hotels wollte wohl zehn Leute versorgen und nicht nur drei. Wir tun unser Bestes und schauen über das spiegelglatte Wasser der Flussmündung auf den Ozean hinaus. "Was denken die Menschen hier über James Cook?", frage ich in die Stille. Suli zögert - mit einer so seltsamen Frage hatte er augenscheinlich nicht gerechnet - und sagt dann mit Bestimmtheit: "Nichts." Kennen sie ihn überhaupt, frage ich nach. Oh doch, selbstverständlich würden sie ihn kennen. Jeder lernt über ihn in der Schule. Aber niemand denkt sich etwas zu ihm. Er hat keine Bedeutung für sie.
Es ist der 10. Oktober, Fiji-Day: Tag der Unabhängigkeit.










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